Chronik

... und so hat alles angefangen ...

(Gründung und Entwicklung des Familienbetriebes - Wandel des Berufsstandes Bestatter im Laufe der Zeit)

Das kleine Familienunternehmen wurde im Jahr 1931 von meinen Großeltern, Matthias Trimmel sen. und dessen Frau Elisabeth, als Tischlerei gegründet. Der Tischler der damaligen Zeit war Bau-, Möbel- und auch Sargtischler. Mein Großvater hat die Särge noch in Handarbeit angefertigt, tapeziert und verziert. Bei Eintritt eines Todesfalls wurde der Sarg zum Sterbehaus getragen bzw. etwas später mit einem Plateauwagen gezogen.

Matthias sen. und Elisbeth Trimmel

Matthias sen. und Elisabeth Trimmel

Nach dem Reinigen, Ankleiden und Einsargen des Verstorbenen/der Verstorbenen wurde er/sie im Haus bis zum Begräbnis aufgebahrt. Verwandte, Freunde und Bekannte kamen zum Beten und um sich von dem Verstorbenen/der Verstorbenen zu verabschieden. Am Tag des Begräbnisses haben die Sargträger den Sarg im Kondukt durch den Ort zum Friedhof getragen. Im Anschluss an die Beisetzung wurde in der Pfarrkirche ein Requiem zelebriert. Die wenigen Überführungen der damaligen Zeit wurden von einem Kollegen durchgeführt.

1971 haben meine Eltern, Matthias Trimmel jun. und seine Gattin Maria, den Betrieb übernommen und ausgebaut. Einen Leichenwagen haben zu je einem Drittel die Gemeinde und die zwei örtlichen Sterbevereine (Arbeiterhilfsverein Einigkeit und Sterbeverein der Freiwilligen Feuerwehr) für Fahrten innerhalb des Ortsgebietes angekauft und der Bevölkerung zur Verfügung gestellt.

Der Sarg wurde nun mit dem Leichenwagen in einer Konduktfahrt vom Sterbehaus zum Friedhof gefahren. Eine Spezialisierung setzte ein. Die Bestattung wurde von der Tischlerei ausgegliedert. Neben der Meisterprüfung für das Tischlergewerbe, die mein Vater bereits absolviert hatte, wurde vom Gesetzgeber die Konzessionsprüfung für das Bestattergewerbe vorgeschrieben, welche von ihm 1982 positiv abgelegt wurde.

Matthias jun. und Maria Trimmel

Matthias jun. und Maria Trimmel


Seitens der Marktgemeinde Rohrbach wurde eine Leichenhalle gebaut und im Jahr 1977 ihrer Bestimmung übergeben. Man hat sich damit von der bisherigen nicht gerade hygienischen Form der Hausaufbahrung abgewandt. Seit diesem Zeitpunkt steht der Bevölkerung von Rohrbach, den geänderten sanitätspolizeilichen Vorschriften entsprechend, eine moderne Aufbahrungshalle mit einem Kühl-, Obduktions- und Altarraum zur Verfügung. Die Hausaufbahrung gehört somit der Vergangenheit an.

Die Begräbnisfeier (Aufbahrung, Einsprengen, Betstunde und Seelenmesse) wird seither in der Aufbahrungshalle abgehalten. Die Särge werden inzwischen von großen Industriebetrieben erzeugt und angekauft, die Trauerdrucksorten von regionalen Druckereien gedruckt. 1994 hat mein Vater den ersten eigenen Leichenwagen gekauft. Seit diesem Zeitpunkt werden alle Überführungen im In- und Ausland von uns selbst durchgeführt.

Da ich schon 1991 die Konzessionsprüfung für das Bestattergewerbe abgelegt habe, war für mich klar, dass mit der Pensionierung meiner Eltern die Bestattung von mir weitergeführt wird. Mit 1. Jänner 2000 war es soweit. Gemeinsam mit meiner Gattin Anna-Maria und Tochter Anna Sophie führe ich nun den Familienbetrieb ins dritte Jahrtausend. Die Tischlerei wurde zugesperrt.

Die Infrastruktur der Firma ist inzwischen so eingerichtet, dass wir sämtliche Trauerdrucksorten (Parten, Gedenkbilder, Danksagungskarten) selbst erstellen können. 2001 wurde ein Kooperationsvertrag mit dem Wiener Verein abgeschlossen.

Ewald, Anna-Sophie, Anna-Maria Trimmel

Ewald, Anna Sophie und Anna-Maria Trimmel


Im Laufe der Zeit wurde die Firma um eine Filiale in Marz erweitert. Durch die Mitarbeit im Betrieb seit meinem 15. Lebensjahr habe ich den Beruf des Bestatters von Grund auf gelernt und bin sukzessive in die Firma hineingewachsen. Das Bestattungsinstitut Trimmel ist heute ein moderner Familienbetrieb in welchem der traditionelle Weg der Eltern und Großeltern weitergeführt wird und in den man das Neue der nächsten Generation einfließen lässt.

Durch Kooperationen mit regionalen Gärtnereien und Steinmetzbetrieben hat sich unser kleiner Familienbetrieb inzwischen zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen entwickelt, welches sozusagen ein "all-inklusiv-Paket" rund um den Trauerfall anbietet. Äußerste Diskretion, einfühlsames Verhalten gegenüber den Hinterbliebenen und pietätvoller Umgang mit der jeweiligen Situation sind Schlagworte, die für unsere Firma nun schon in der dritten Generation stehen.

Als Bestatter würde ich mir für die Zukunft wünschen, dass ein immer größerer Personenkreis die Kremation oder andere alternative Bestattungsarten wie z. B. die Naturbestattung oder die Herstellung eines Diamanten als Bestattungsform wählt. Für mich gibt es zwei wesentliche Argumente, die für diese Formen der Bestattung sprechen: Platzersparnis und Hygiene.

Die Weiterführung unserer Bestattung ...

Prof. Ewald Trimmel, B.A. M.A.