Wissenswertes

(Folgende Informationen könnten vielleicht von Interesse sein.)

Bestattungspflicht
Jeder Leichnam muss in der Regel nach Ablauf von 36 Stunden und vor Ablauf von 72 Stunden nach Eintritt des Todes bestattet werden. Ausnahmen sind gegeben, wenn die Leiche vom Gericht bzw. von der Bezirksverwaltungsbehörde im Zuge einer behördlich angeordneten Obduktion noch nicht freigegeben wurde. Weitere Ausnahmen können vom Bürgermeister des Ortes, in dem der Verstorbene/die Verstorbene bestattet werden soll, nach Anhörung des Amtsarztes bewilligt werden. Von solch einer Bewilligung hat der Bürgermeister die Bezirkshauptmannschaft unverzüglich zu verständigen.

Bestattungsarten
Jeder Leichnam oder jede Leichenasche ist in einer Bestattungsanlage (Friedhof sowie Begräbnisstätten) zu bestatten. Bestattungsanlagen müssen von der Bezirksverwaltungsbehörde genehmigt sein. Friedhöfe befinden sich im Besitz von Gemeinden, Kirchen oder anerkannten Religionsgemeinschaften und werden von diesen verwaltet. Für Friedhöfe gilt eine eigene Friedhofsordnung. Bei Errichtung einer Grabstätte müssen die Bestimmungen der Friedhofsordnung eingehalten werden.

Erdbestattung: Die Erdbestattung mit einem Holzsarg erfolgt in einem Einzel- oder Familiengrab. Die Beisetzung in einer Gruft wird mit einem Metallsarkophag oder einem Holzsarg mit Metallblecheinlage durchgeführt. Ebenso ist es möglich, Urnen in einem Erdgrab bzw. einer Gruft beizusetzen.

Feuerbestattung: Feuerbestattungen dürfen nur in genehmigten Krematorien erfolgen. Särge, Sargbeigaben und Bekleidung, die bei der Einäscherung die Umwelt oder die Einäscherungsanlage schädigen, sind nicht erlaubt. Herzschrittmacher müssen anlässlich der Totenbeschau entfernt werden. Zur Aufnahme der Asche nach der Einäscherung dient eine Aschenkapsel. Die Aschenkapsel ist in eine Überurne zu geben. Urnen sind auf einem Friedhof, einem Urnenhain oder mit Bewilligung der Gemeinde an einem anderen Ort wie z. B. pietätvolle Aufbewahrung zu Hause (wenn dies nicht gegen Anstand und gute Sitten verstößt) zu verwahren. Das Ausstreuen der Asche ist in Österreich verboten.

Alternative Bestattungsarten: Der Trend geht aber auch immer mehr zu alternativen Bestattungsarten wie z. B. die Naturbestattung oder die Herstellung eines Diamanten. Aus der Leichenasche kann in einem komplizierten und sehr aufwendigen chemischen Verfahren ein Diamant hergestellt werden. Naturbestattungen (Baumbestattung, Donaubestattung, Bergbestattung etc.) können in Österreich nur an einigen wenigen ausgewählten und eigens dafür genehmigten Stätten bzw. Plätzen durchgeführt werden.

Seebestattung: Nach der Einäscherung in einem Krematorium wird die Leichenasche in eine sich im Wasser auflösende Urne umgefüllt und von einem Boot aus dem Meer übergeben.

Die Bestattungsart richtet sich grundsätzlich nach dem Willen des Verstorbenen. Liegt keine ausdrückliche Willenserklärung vor, steht den nächsten Angehörigen bzw. dem Besteller das Recht zu die Bestattungsart zu bestimmen. Einigen sich die Angehörigen nicht innerhalb von 60 Stunden, so hat der Bürgermeister der Gemeinde, in der der Tod eingetreten ist oder die Leiche aufgefunden wurde, das Recht, eine Erdbestattung anzuordnen. Ist kein naher Angehöriger vorhanden, so ist der Leichnam zu beerdigen.

Totenbeschau
Bei einem Todesfall in einer Wohnung oder bei Auffinden eines Toten/einer Toten muss der Totenbeschauarzt (Kreisarzt) amtlich den Tod feststellen. Jeder Leichnam ist einer Totenbeschau zu unterziehen. Der Totenbeschauer ist verpflichtet die Totenbeschau in einem Zeitraum von 6 bis 24 Stunden nach Eintritt des Todes durchzuführen. Ist der Totenbeschauarzt nicht gleich der behandelnde Arzt, ist ein Behandlungsschein des Hausarztes dem Totenbeschauarzt vorzulegen. Der Totenbeschauarzt stellt dann den Totenbeschaubefund aus. Der Leichnam darf erst nach erfolgter Totenbeschau angekleidet und in die Leichenhalle überführt werden. Besteht der Verdacht, dass der Tod durch Fremdverschulden herbeigeführt wurde, oder ist die Todesursache durch die Totenbeschau nicht eindeutig erkennbar, ist der Totenbeschauarzt verpflichtet die Staatsanwaltschaft des zuständigen Gerichtes zu verständigen. Gegebenenfalls kann eine Obduktion behördlich angeordnet werden. Bei einem Todesfall im Krankenhaus oder in einem Altenwohnheim wird die Totenbeschau von der Anstaltsleitung veranlasst. Im Falle des Auffindens einer Leiche
(z. B. an einem öffentlichen Ort) ist beim nächsten Sicherheitsorgan (Polizei) Anzeige zu erstatten. Dieses muss sofort den Totenbeschauer benachrichtigen.

Anzeige des Todes
Die Anzeige des Todes hat bei der zuständigen Personenstandsbehörde (Standesamt) gegebenenfalls durch das Bestattungsunternehmen zu erfolgen. Zur Anzeige sind außerdem verpflichtet: der Leiter der Krankenanstalt, der Ehegatte/die Ehegattin oder andere Familienangehörige, der letzte Unterkunftgeber, der Arzt, der die Totenbeschau vorgenommen hat, die Behörde, die Ermittlungen über den Tod durchgeführt hat (Polizei) und sonstige Personen, die vom Tod aufgrund eigener Wahrnehmungen Kenntnis haben. Die Anzeige muss spätestens am folgenden Werktag eingebracht werden. Die Urkunden, die für die Anzeige benötigt werden (siehe Dokumente) sind dem Standesamt vorzulegen. Beim Ableben eines österreichischen Staatsbürgers im Ausland erfolgt die Verständigung der Angehörigen durch die österreichische Vertretungsbehörde (Botschaft) im jeweiligen Land.

Kleidung
Die Kleidung, die dem Verstorbenen/der Verstorbenen angezogen werden soll, sowie ein Rosenkranz, ein Handkreuz und etwaige persönliche, pietätvolle Sargbeigaben müssen rechtzeitig beim Bestatter abgegeben werden.

- Bei Frauen: Kostüm oder Kleid, Bluse, Unterwäsche, Strümpfe oder Strumpfhose

- Bei Herren: Anzug, Hemd, Krawatte, Unterwäsche, Socken

Keine Schuhe!

Anatomisches Institut
Sollte ein Verstorbener/eine Verstorbene seinen/ihren Körper schon zu Lebzeiten der Wissenschaft (dem Anatomischen Institut) zu Forschungszwecken zur Verfügung gestellt haben, ist ein Ausweis des Anatomischen Instituts vorzulegen. Der Leichnam wird dann in ein Anatomisches Institut überführt.

Infektionskrankheiten
Verstorbene, welche zum Zeitpunkt des Todes an einer ansteckenden Infektionskrankheit erkrankt sind, werden, sanitätspolizeilich vorgeschrieben, zusätzlich in einer Plastikhülle eingesargt. Je nach Infektionskrankheit gibt es zusätzliche, gesetzlich vorgeschriebene Hygienemaßnahmen, welche im Bedarfsfall in Absprache mit dem zuständigen Arzt bzw. der zuständigen Pathologie gemacht werden müssen.

Fingerabdruck
Die Linien und Formen eines Fingerabdrucks sind bei jedem Menschen anders. Der Fingerabdruck ist einzigartig. Der Abdruck eines Verstorbenen/einer Verstorbenen wird genommen und mit einem speziellen Verfahren als Erinnerungsstück zu einem Anhänger in Gold oder Silber geschmiedet. Auf der Rückseite ist Platz für eine individuelle Gravur. Das ovale Schmuckstück ist ca. 25 mm mal 15 mm groß und 4 mm dick, außen glatt und ganz schlicht. Gefertigt wird dieses persönliche Andenken an einen geliebten Menschen von einem Goldschmied.

Totenmaske
Eine Totenmaske ist ein Erinnerungsstück mit einer Tradition, die bis in die Antike zurückgeht. Die Totenmaske besteht aus Alabastergips und kann versiegelt oder bemalt werden. Eine Totenmaske kann auch aus Bronze hergestellt werden. Der Anfertigung dieses Erinnerungsstückes geht meist eine thanatopraktische Behandlung voraus. Das Negativ der Maske wird nach dem Eintritt des Todes vom Gesicht des Verstorbenen/der Verstorbenen abgenommen. Beim Herausarbeiten des Positivs der Maske geht dann das Negativ verloren. Es entsteht dabei ein Unikat des letzten Abbildes des Verstorbenen/der Verstorbenen. Es ist aber auch möglich eine Abformung aus Silikon zu machen. Dabei ist die Form mehrmals ausgießbar und kann nach Jahren noch reproduziert werden.

Handplastik
Ähnlich der Totenmaske wird auch die Handplastik hergestellt.

Ablauf einer Kremation
Kremation bedeutet die Einäscherung eines toten Körpers, auch Feuerbestattung genannt.
Feuerbestattungen dürfen nur in genehmigten Krematorien und nur mit Särgen stattfinden. Särge, Sargbeigaben und Bekleidung, die bei der Verbrennung die Umwelt oder die Einäscherungsanlage schädigen können, sind nicht erlaubt. Die Einäscherung findet in einem Ofen statt. Vor der Kremation wird der Einäscherungsofen auf eine Mindesttemperatur von 850 Grad aufgeheizt. Bei dieser hohen Temperatur entzündet sich der Sarg nach dem Einfahren von selbst. Nach rund 60 Minuten werden die Aschenreste in die Ausbrennkammer des Ofens abgezogen. Dort erfolgt die Mineralisierung bei Temperaturen von 800 bis 1000 Grad. Nach weiteren 60 Minuten kommt die Asche in die Aschenlade. Nachdem die Asche abgekühlt ist, wird sie in einer Aschenmühle vermahlen und in eine Aschenkapsel gefüllt. Um eine Verwechslung der zurückbleibenden Asche ausschließen zu können, begleitet ein feuerbeständiger Identitätsstein (nicht brennbare nummerierte Platte, meist aus Schamott) mit Kremationsnummer den Sarg bzw. die Asche während der Kremation. Dieser Identitätsstein mit den Daten des Verstorbenen/der Verstorbenen wird mit der Asche in die Aschenkapsel gegeben und gewährleistet den Ausschluss einer Verwechslung.

Thanatopraxie
Thanatopraxie umfasst alle Tätigkeiten, die nötig sind, um die ästhetisch und hygienisch einwandfreie Aufbahrung eines Verstorbenen/einer Verstorbenen zu gewährleisten. Im Speziellen werden unter Thanatopraxie Leistungen bezeichnet, die über die hygienische Totenversorgung hinausgehen. Unter anderem die Verzögerung der Verwesung durch eine Einbalsamierung. Dabei wird das Blut durch einen verwesungshemmenden Wirkstoff (meist auf Formulin basierend) ersetzt. Das Wiederherstellen des ästhetischen Erscheinungsbildes eines Leichnams durch spezielle Kosmetik. Die Herstellung von Totenmasken. Ausführende sind Bestatter, die zusätzlich qualifizierte Thanatopraktiker sind.